10 Tage sind bereits ins Land gezogen. Viel Blut wurde vergossen. Der Nebel von abgebrannten Baracken verflog nur langsam. Es wurde geräubert, getäuscht und abgezogen. Zu viel Leid musste das Land erfahren und dies soll erst der Anfang sein. Doch lest selbst:
Die Kickerkönige gingen in den tiefen Katakomben der Kickerscheune in Bedburg-Hau ein letztes mal die Anweisungen durch. Jeder wusste was er zu tun hatte. „Zeigt keine Gande, denn ihr werdet auch keine erfahren!“. Der König ließ seine vor ihm knienden treuen Mannen noch ein paar Bier zischen, bevor die letzte Salbung vor seinem Thorn aus Knochen erfolgte. So setzte sich der Tross bestehend aus Katze, Gilles, Aireen, Gabor und dem Kutscher in Bewegung um für Weib und Wein zu kämpfen.
Bereits auf dem Hinweg zum Kickertempel im benachbarten Kleve wurden erste Wegelagerer aus Bocholt angegriffen. Mit wenig List doch viel „Butz“ wurde der Spähtrupp überrumpelt. Auf der Suche nach dem Hauptheer musste festgestellt werden, dass der vermeidliche Spähtrupp sich als volle Truppenstärke der Bocholter erwies. Das recht kurze und verlustfreie Intermezzo ging mit 8:0 (16:0 Sätze) an die Kickerkönige.
Vor den Toren Kleves ragten bereits geladene Katapulte über die Wehrtürme. Ein unfreundlicher Empfang durch die RR-Kickers Niederrhein stand uns bevor. Doch wer einen Kriegszug ankündigt sollte nicht verwundert sein, wenn man auf Gegenwehr stößt. Verstärkte (Tor-)Mauern, regelmäßiger Pfeilbeschuss durch die Hintermänner und ein hoher Glücksfaktor (die Sonne stand uns im Gesicht bei gleichzeitigem Regen!) ließen nur Gabor und Katze zählbare Opfergaben erbringen. Eine nicht ganz eingeplante Niederlage (3:5) wurde nach langem Kampf in Kauf genommen. Nach taktischem Rückzug wurden neue Kräfte gesammelt um vom Westtor eine neuen Angriff zu starten.
Dieser Stadtteil wird von den RR-Kickers International bewacht. Mit etwas Wut im Bauch und dem festen Vorhaben die Stadt zumindest für einen Teil einzunehmen gingen unsere Horden gegen den neuen Feind an. Die erste Doppelwelle riss sofort Mauern ein um sich anschließend Eins-gegen-Eins im Straßenkampf zu stellen. Gegen die Niederrheiner noch erfolgreich mussten Katze und Gabor sich in den verwinkelten Gassen dieses mal mit klaffenden Wunden geschlagen geben. Es konnte bis zu diesem Zeitpunkt kein Übergewicht erarbeitet werden. Rücken an Rücken wurde wieder im Doppel gekämpft. Ein ewiges Hin und Her mit ausgeglichenen Verlusten führte raus aus den Straßen hin zu den Toren des Tempels. Auf beiden Seiten stark dezimierte Truppen mussten ihre letzten Aufgebote in den Kampf schicken. Während der Kutscher sich um die verletzten sorgte sollte es an den bis dahin etwas blass gebliebenen Gilles und Aireen hängen über Ruhm und Ehre zu entscheiden. Mit entschlossenen Hieben konnten die verbliebenen Tempelwachen überraschend schnell ausgeschaltet werden und somit nach schlechter Ausgangslage noch der Sieg errungen werden.
So ging der erste Feldzug mit ein paar Überraschungen aber auch mit starkem Kampf zu ende. Dem König konnten 4 Trophäen mit nach Hause gebracht werden, auch wenn hier noch eine größere Schatztruhe hätte gefüllt werden können. Ende März schauen wir über die Landesgrenzen hinaus Richtung Süden, denn es gilt weitere Reiche einzunehmen. Bis dahin werden Wunden verheilt sein und genügend Fässer kalt liegen.
Aus dem Epos >>Kickerkönige, der Aufstand vom Niederrhein<<; aufgezeichnet von Fischbein, dem Meister in Bildnis und Wort im Frühjahr 2012.